32º East Ugandan Arts Trust's New Home

Ugandische Künstler_innen im Aufschwung mit dem neu designten Kunstzentrum

Unser Autor Jonah Batambuze spricht mit James Hampton, Daniel Rea et Teesa Bahana über die Baupläne für das ambitionierte Projekt des 32º East Ugandan Arts Trusts in Kampala

Architectural sketch for 32º East Ugandan Arts Trust. Periscope UK, 2017. Courtesy of Periscope

By Jonah Batambuze
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Wie motivierst du dich, etwas zu schaffen, wenn du das Gefühl hast, niemand schaut zu oder die Gesellschaft weiß deine Arbeit nicht zu schätzen? Ugandische Künstler_innen haben sich diese Frage oft gestellt, bis heute. 2018 beginnt nun der 32º East Ugandan Arts Trust mit dem Bau einer eigenen Wirkungsstätte – dem ersten eigens dafür gebauten Kunstzentrum in Uganda. „In Kampala gibt es bislang kein derartiges Gebäude, daher werden wir diesen Raum mit fachkundiger Unterstützung der 32º East-Community gemeinsam erfinden“, sagt Daniel Rea, Mitbegründer von Periscope UK.

Wir unterhielten uns kürzlich mit dem Architekten James Hampton und dem Landschaftsarchitekten Daniel Rea, den Gründern der in London ansässigen Firma Periscope UK, die das neue Zuhause von 32º East bauen werden. Auch Teesa Bahana, der Leiter von 32º East, beteiligte sich an dem Gespräch. Wir sprachen über die Baupläne für das ambitionierte Projekt und darüber, wie die architektonische Gestaltung des neuen Zentrums die ugandische Kunstszene auf eine höhere Ebene führen wird.

 

Jonah Batambuze: Im Februar dieses Jahres seid ihr beide zum ersten Mal nach Uganda gereist. Was waren Eure ersten Eindrücke?

James Hampton: Als wir in Entebbe eintrafen, fragte ich unseren Guide, ob es für uns einfach werden würde, hier unsere Pläne umzusetzen? Seine Antwort lautete: „In Uganda ist alles möglich“. Diese Bemerkung klang zunächst etwas unwirklich, aber diesem Gefühl von Optimismus begegneten wir überall, wohin wir kamen. Besonders wichtig für uns war es aber, Teesa Bahana kennenzulernen und zu sehen, wie die 32º East Community im Alltag funktioniert, um das Design des Projekts gezielt auf deren Arbeit abstimmen zu können.

Daniel Rea: Kampala ist anders als alle anderen Orte auf der Welt – die Stadt ist crazy, chaotisch, brillant und bunt und voller Energie. Mein erster Gedanke war, dass das ein ganz wunderbares Projekt für Periscope wird, weil wir hier sehr kreativ mit Architektur und Landschaft arbeiten können. Hier gibt es zum Beispiel andere umwelttechnische Auflagen für die Gestaltung von Türen und Fenstern als etwa in Nordeuropa, was eine viel größere räumliche Fluidität im Design ermöglicht.

 

JB: Das Design der neuen Residenz von 32º East wird Modellcharakter haben in Kampala. Was bedeutet das für die architektonische Konzeption?

JH: Bei der konzeptionellen Gestaltung des neuen Kunstzentrums wurde darauf geachtet, dass lokale Bautechniken und handgefertigte Backsteine verwendet werden. Das neue Kunstzentrum soll gemäß unserem Entwurf aus einem Campus aus Pavillons bestehen, wobei die landschaftliche Umgebung in die Aktivitäten des Zentrums einbezogen wird. Jeder Pavillon hat eine eigene Form, die speziell auf die Aktivitäten abgestimmt wurde, die darin stattfinden sollen. Das natürliche Tageslicht fällt durch die konisch zulaufenden rechteckigen Türme wie durch einen Schacht in den Innenraum, wodurch vermieden wird, dass das Licht blendet. Die Backsteine im Zentrum der Konstruktion werden in einer Art Lochmuster angeordnet, so dass die Bauelemente ein Licht-und Schattenspiel entstehen lassen.

DR: Die einzelnen Pavillons werden in einer terrassierten Landschaft angeordnet und unterschiedliche Funktionen erfüllen: es wird Atelier- und Wohnräume für Künstler_innen geben, ein Technik-Cluster sowie Ausstellungsräume innerhalb und außerhalb der Gebäude. Das Kunstzentrum fügt sich harmonisch in seine Umgebung ein, einzelne Elemente der umliegenden Landschaften wie etwa Bäume, Felsvorsprünge oder die natürlichen Hänge und Hügelformationen der Umgebung spiegeln sich in dessen architektonischer Gestaltung. Das entspricht der Herangehensweise und dem charakteristischen Stil von Periscope. Nach unserer Auffassung sollten Architektur und Landschaft nahtlos ineinander übergehen, und zwar bei allen Bauprojekten.

Es gibt hier ein breites Spektrum an unterschiedlichen räumlichen Einfriedungen – von landschaftlich gestalteten Außenräumen und Innenhöfen bis hin zu von allen Seiten umschlossenen und wettergeschützten Innenräumen. So können die Kunstschaffenden später zwischen mehreren Varianten wählen: sie können in verschiedenen klimatischen Umgebungen arbeiten, und auch entscheiden, ob sie lieber in einem abgeschiedenen Raum oder in den öffentlicheren Bereichen des Campus arbeiten wollen.

 

 

 

Architectural sketch for 32º East Ugandan Arts Trust. Periscope UK, 2017. Courtesy of Periscope

 

JB: Wie wird sich das neue Design auf die Programme von 32º East auswirken?

Teesa Bahana: Was uns am meisten freut ist, dass in der neuen Anlage ein Künstler-Ökosystem entstehen kann. In unseren jetzigen Räumen können wir nur kurze Residenzprogramme anbieten, künftig werden wir aber über deutlich mehr Ateliers verfügen und wollen dann versuchen ein Umfeld zu schaffen, in dem wir gemeinschaftliches Arbeiten und Mentoringprozesse fördern, etwa indem wir Räume auch für längere Zeiträume an etablierte Künstler_innen vermieten.

 

JB: Was wird aus der bestehenden Einrichtung? Werdet Ihr irgendetwas vom jetzigen Standort mitnehmen, die Container zum Beispiel?

JH: Im Moment ist der Plan, dass die vier Container zusammen mit 32º East auf das neue Gelände umziehen, wo wir sie auch weiterhin als Bibliothek und als zusätzlichen Büroraum nutzen wollen. Die Container sollen mit Gabionenwänden verkleidet werden, zum einen als Sichtschutz, aber auch um sie zu kühlen.

DR: Außerdem wollen wir kleine Löcher in die Containerdächer schneiden, damit Licht hereinkommen kann, und um die Dächer mit dem Raum zu verbinden.

 

JB: Was erhofft ihr euch von der Realisierung dieses Projekts?

JH: Wir hoffen, dass 32° East ihrem Auftrag, Künstler_innen aus Ostafrika zu fördern und zu unterstützen, in dem neuen Kunstzentrum noch besser gerecht werden kann. Das Zentrum wird sich zu einer lebendigen und bedeutenden Arbeits- und Begegnungsstätte für Kunstschaffende, Mitglieder und Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung entwickeln. Außerdem wird es uns die Aufgabe erleichtern, neue Öffentlichkeiten zu erschließen, da es den Raum und die Möglichkeiten für die Veranstaltung von Konferenzen und anderen Events bietet.

DR: Wir finden es sehr wichtig, was 32° East macht. Das neue Kunstzentrum soll helfen, genau diese Arbeit zu unterstützen und ihren Wirkungsgrad zu verstärken. Wenn wir alles, was diese Organisation bisher schon aufgebaut hat, nehmen und es uns gelingt, noch etwas mehr daraus zu machen, dann wird es ein Erfolg. Dieses Architekturprojekt und der ganze Prozess wären ohne den Beitrag und das Engagement von Brian Muggaga und der 32º East Community nicht möglich.

 

Die Arbeiten bei 32º East werden im ersten Quartal 2018 aufgenommen und etwa ein Jahr dauern. 32º East betreibt derzeit Fundraising, um Gelder für den neuen Bau zu sammeln. Wenn Sie das Projekt unterstützen wollen, klicken Sie bitte hier.

 

Jonah Batambuze ist selbständiger Kultur- und Reiseautor und lebt in der Umgebung von London. 2016 beteiligte sich Batambuze an der Gründung von Color Wheel Media, um den Stimmen von in den Medien unterrepräsentierten Organisationen und Personen zu einer stärkeren Präsenz zu verhelfen.

 

 

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