The Armory Show Focus: African Perspectives

In- und Outsiderin

C& spricht mit der jungen Fotografin Namsa Leuba

(EN) Namsa Leuba, Untitled V, The African Queens, 2012. Fibre pigment print. Courtesy of the artist and Echo Art

By Aïcha Diallo
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C&: Wie kam es, dass du die Fotografie als dein Medium gewählt hast?

Namsa Leuba: Bevor ich an der Universität Lausanne in der Schweiz Fotografie studierte, um meinen Master in Art Direction zu machen, habe ich Information Design studiert, und da hatte ich in meinem zweiten Studienjahr einen Fotografie-Kurs. Ich fühlte mich damals mit diesem Medium sofort vertraut und wusste gleich, dass ich damit weiter machen und besser darin werden wollte. Ein Bild sagt manchmal mehr als tausend Worte.

C&: Wie sind die Serien Zulu Kids und Ya Kala Ben entstanden?

NL: Beide Serien sind durch kleine Figuren inspiriert. Meine guineische Mutter ist Muslima und Animistin, und mein schweizer Vater ist Protestant, wobei ich selbst jedoch nicht getauft bin. Ich fand großes Interesse an den religiösen Aspekten des Landes meiner Mutter. Ich entdeckte die animistische Seite der guineischen Kultur, und als Kind kam ich in Guinea auch mit dem Übernatürlichen in Berührung. Als ich noch jünger war, besuchte ich „Marabouts“ (eine Art Heiler, Magier), und für Ya Kala Ben (2011) nahm ich an vielen Zeremonien und Ritualen teil. Für mich war es wichtig, diese Arbeit zu machen, weil ich dadurch ein stärkeres Bewusstsein für die Existenz einer Parallelwelt und der spirituellen Welt entwickelt habe.

Die Serie Zulu Kids entstand während meiner Residenz in Südafrika 2014, die von Pro Helvetia, der Schweizer Kunststiftung, gefördert wurde. Nach Ya Kala Ben, das sich mit Ritualen beschäftigt, die in der Kosmogonie Guineas verbreitet sind, wollte ich mehr über die indigene Kulturpraxis in Afrika erfahren und meine Recherchen vertiefen. Bei meiner Arbeit mit den Communities der Khoi San, der Zulu und ethnischen Gruppen in Lesotho, Südafrika, inszenierte ich Fotografien, die menschliche Charaktere, Landschaften und Traditionen aus der lokalen Umgebung nebeneinanderstellen. Ich versuche, meine Position, die ich als In- und Outsiderin habe, anzuerkennen – in meinen Arbeiten folge ich dieser Spur, wenn ich die afrikanische Kultur gleichzeitig als fantastisch (von Außen betrachtet) und zeitgenössisch porträtiere.

Namsa Leuba, Patience, from the series Zulu Kids, 2014. Fibre pigment print. Courtesy of the artist and Echo Art

Namsa Leuba, Patience, from the series Zulu Kids, 2014. Fibre pigment print. Courtesy of the artist and Echo Art

C&: Die Bilder in deiner Serie Ya Kala Ben sind sehr schöne, ästhetische Arbeiten, und zugleich enthalten sie einen vom Betrachter zu würdigenden kulturellen Reichtum. Du sagtest, in dieser Serie „habe ich versucht, das Unberührbare zu berühren“. Inwieweit ist dir das gelungen?

NL: Mich hat die Konstruktion und Dekonstruktion des Körpers interessiert, und die bildliche Darstellung des Unsichtbaren. Ich bin durch Guinea gereist und habe verschiedene Rituale und Zeremonien beobachtet, um die jenigen zu finden, von denen ausgehend ich diese Serie schaffen wollte. Bei den Figuren, die ich mir angeschaut habe, handelt es sich um rituelle Artefakte, wie sie in guineischen Zeremonien gewöhnlich eingesetzt werden; sie repräsentieren eine andere Welt. Sie sind die Wurzeln der Lebenden. Auf diese Weise wollte ich das Unberührbare berühren.

Die Fotografie ermöglicht mir, meine Emotionen und meine Vergangenheit zu exteriorisieren, indem ich, in einer Art Synkretismus, durch verschiedene Aufnahmen meine Geschichte erzähle.

Namsa Leuba, Untitled IV, from the series The African Queens, 2012, Fibre pigment print. Courtesy of the artist and Echo Art

Namsa Leuba, Untitled IV, from the series The African Queens, 2012, Fibre pigment print. Courtesy of the artist and Echo Art

C&: Was für Geschichten über afrikanische und diasporische Identitäten willst du mit deinen Porträts erzählen?

NL: Im Fokus meiner Arbeit steht die mit westlichen Augen betrachtete afrikanische Identität. Ich beschäftige mich mit der afrikanischen Kosmogonie, um einen Dialog mit meinen Ursprüngen aufzunehmen.

Namsa Leuba (Echo Art) zeigt ihre Arbeiten in der Armory Show Focus: African Perspectives in New York vom 3. bis 6. März 2016.

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Ein Gespräch von Aïcha Diallo

 

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