1:54 Contemporary African Art Fair

Kunstmessen – das Angebot wird breiter

Touria El Glaoui, Gründerin von 1:54 Contemporary African Art Fair, spricht über die zunehmende Sichtbarkeit afrikanischer Künstler_innen

1:54 New York 2015 © Sasha Arutyunova

By Magnus Rosengarten
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C&: Warum eine Kunstsmesse speziell für afrikanische Kunst?

Touria El Glaoui: Als wir 2013 begannen, ging es um die fehlende Sichtbarkeit zeitgenössischer afrikanischer Künstler_innen. Ich denke, dass kulturelle Veranstaltungen wie 1:54 immer als Brücke fungieren, und das scheint insbesondere jetzt wichtiger denn je zu sein. Wir denken auch, dass es in New York eine solche Plattform bisher nicht gab, in einer Stadt mit der weltweit größten Anzahl an Museen sowie akademischen Institutionen, Wissenschaftler_innen und Kunstschaffenden im Allgemeinen. Doch ich bin davon überzeugt: eines Tages ist 1:54 vielleicht nicht mehr nötig. In jüngster Vergangenheit haben wir kollektiv erlebt, wie Kurator_innen, Wissenschaftler_innen und Kunstschaffende die Kunstgeschichtsschreibung verändern.

C&: Als eine Vertreterin von 1:54, was ist Kunst, was bedeutet sie dir?

TEG: (lacht) Kunst ist alles. Kunst bedeutet mir viel. Sie ist mein Hintergrund, meine Ausbildung. Außerdem bin ich die Tochter eines Künstlers. Es ist eine sehr umfassende Frage. Meine erste Liebe gilt der Malerei, doch als Kunstmesse sind wir für alles offen. Und zu unseren vergangenen Ausgaben wurden beeindruckende Projekte ausgestellt. Im letzten Jahr haben wir in New York mit Performance angefangen. Mit Plastik tun wir uns aufgrund der Logistik etwas schwer.

Aerial view, 1:54 New York 2016 © Katrina Sorrentino

C&: Wie positioniert ihr euch innerhalb des komplizierten Vermächtnisses europäischer Kunstgeschichte? Wie stellt ihr sicher, nicht bestimmte Klischees wiederzugeben?

TEG: Es ist eine große Verantwortung damit verbunden. Ich finde es immer schwierig, die erste nicht-westliche Kunstmesse zu sein und mit Parametern der „ersten Linse“ gemessen zu werden. Als ich anfing, gab es keine Alternativen. Es gab viel Kritik bezüglich der Etikettierung von Kunst aus Afrika. Das Problem war jedoch, dass die meisten Künstler_innen vom Kontinent nicht an Messen, Kunstgeschichte usw. beteiligt waren.

Und ich bin auch der Meinung, dass die Schaffung von Kategorien für Künstler_innen sehr beschränkend sein kann. Doch bei 1:54 feiern wir die Unterschiede und sind sehr stolz darauf, was Afrika erreicht hat. Wir wollen, dass die Menschen begreifen, dass es bei der Plattform darum geht.

C&: Du sagtest eingangs, dass du u.a. hoffst, dass 1:54 eines Tages obsolet sein wird. Könntest du darauf näher eingehen?

TEG: Ehrlich gesagt, geschieht das bereits. Ich wollte, dass meine Galerien auch zu anderen Messen eingeladen werden. Mariane Ibrahim aus Seattle fing bei uns an, doch in diesem Jahr hat sie statt bei 1:54 bei der Armory Show mitgemacht. Und das ist eine großartige Leistung. Ich freue mich sehr für sie. Immer mehr Künstler_innen und Galerien werden bei Kunstmessen aufgenommen und das bedeutet eine größere Sichtbarkeit bei Sammler_innen und in der breiteren Öffentlichkeit.

C&: Welche Ambitionen hast du für den Kontinent?

TEG: Ich freue mich sehr darüber, dass Marrakesch im Februar 2018 die erste 1:54 Africa veranstalten wird. Wir wissen noch nicht, ob sie jedes Jahr in Marrakesch stattfinden wird, es ist ein Probelauf. Doch überall auf dem Kontinent entstehen tolle Messen, zum Beispiel in Nigeria, Südafrika, im Senegal, und das ist sehr spannend.

 

Magnus Rosengarten ist Filmemacher, Autor und Journalist aus Deutschland. Er lebt z.Zt. in New York, wo er einen Master in Performance Studies an der NYU macht.

 

Übersetzt von Ekpenyong Ani.

 

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