Obidike Okafor on the art of Lemi Ghariokwu

Mehr als nur Plattencover

Lemi Ghariokwu’s creativity goes beyond just album covers, as it stretches to other media and has become a tool for championing his unrepentant pan-Africanist beliefs.

Installation view, Lemi Ghariokwu

By Obidike Okafor
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Lemi Ghariokwu hat in 39 Jahren über 2.000 Plattencover für regionale und internationale Legenden wie Fela Anikulapo Kuti, Bob Marley oder Miriam Makeba entworfen, die mittlerweile sogar Gegenstand eines Kunstprojekts und einer Studie zu seinen Sleeve-Designs am Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Universität Mainz sind. Dabei geht Ghariokwus Kreativität weit über Schallplattencover hinaus. Sie erstreckt sich auf diverse andere Medien und ist für ihn zu einem ausdrucksstarken Instrument für sein unerschütterliches panafrikanisches Engagement geworden.

Zur Feier des Afrikatags, an dem die Geburtsstunde der afrikanischen Variante der Vereinten Nationen – der Afrikanischen Union (AU) – zelebriert wird, organisierte Ghariokwu eine Ausstellung seiner eigenen (bekannten, aber auch völlig unbekannten) Plattencover, die zu Ikonen Afrikas und der afrikanischen Kultur geworden sind und die Ideologie des Künstlers ebenso wie seine unsterbliche Hingabe zu Fela Kuti ausdrücken.

Die Ausstellung trägt den Titel „Art’s Own Kind“ (etwa: „Die Kunst unter Ihresgleichen“) und ist in drei verschiedene Kollektionen unterteilt. Die erste Kollektion, „Vintage Lemi: Works on Paper“ („Vintage-Lemi: Arbeiten auf Papier“), zeigt gerahmte Plattencover und Cartoons, die Ghariokwu gezeichnet hat, darunter ein bislang unveröffentlichtes Albumcover für den zweifach Grammy-nominierten Femi Kuti (Felas ersten Sohn). Dieser Coverentwurf für Femi Kutis Album „Let’s Make it Happen“ wurde jedoch vom Künstler verworfen. Vielleicht war er von der Schlichtheit des Covers enttäuscht – wer weiß?

 

 

Die zweite Reihe von Arbeiten trägt den Titel „Axiomatic Expressions“ („Grundsätzliche Äußerungen“). In diesen Arbeiten lässt der Künstler den Betrachter in einen gesellschaftlichen Umwandlungsprozess eintauchen, anhand inspirierender Kunstwerke und Sinnsprüche seiner panafrikanischen Mitstreiter wie Fela Kuti oder Kwame Nkrumah. Zwei Zitate in dieser Kollektion haben die Saiten meines Herzens besonders zum Schwingen gebracht: Einmal sagt Fela zu Ghariokwu: „Nach einer Schätzung der Reichtümer Afrikas müssten alle Schwarzen Millionäre sein. Warum sind wir so arm? Das muss endlich untersucht werden!“ Das andere Zitat stammt von Kwame Nkrumah: „Ohne praktische Anwendung bleibt das Denken leer.“

Die dritte Kollektion, die „Afropop Art Series“ („Reihe der Afropop-Kunst“), besteht aus einem Gang mit Porträts von Helden und vermeintlichen Schurken. In typischer Pop-Art-Manier, die durch Künstler wie Andy Warhol Berühmtheit erlangte, setzt Ghariokwus Afropop-Kunst mit spritzigen, hellen Farben afrikanische Themen in Szene und nutzt typische afrikanische Muster, um Bildern von Nelson Mandela, Malcolm X, Chinua Achebe, Bob Marley, Nina Simone, Che Guevara (der Kubaner und mitnichten schwarz ist) und dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama Kraft einzuhauchen. Wie ich erfahre, hat Che Guevara die Schwarzen im kongolesischen Unabhängigkeitskampf unterstützt, eine Geschichte, die mir bisher nicht bekannt war und die auch der Grund dafür ist, dass Ghariokwu ihn in die Liste seiner Porträts aufgenommen hat.

Die insgesamt 28 Werke führen dem Besucher überzeugend vor Augen, weshalb Afrika sich immer selbst feiern muss. Die zumeist kräftigen, lebendigen Farben wischen alles Bedauern Ghariokwus beiseite, dass er seinen Traum, als Mönch oder als Philosoph zu leben, nicht hat verwirklichen können. Denn die Kunst und die Schallplattencover dieses sozialen Aktivisten reden uns mit klarer, eindringlicher Stimme ins Gewissen. Ich bin lebendiger Zeuge dafür, da seine Worte zu mir gesprochen haben.

 

Obidike Okafor is a content consultant, freelance art journalist and documentary film maker based in Lagos.

 

„Art’s Own Kind. Lemi Ghariokwu“, Didi Museum, Victoria Island, Lagos, 25 May – 5  June 2013.

 

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